Was tun bei Vergiftungen?
Vergiftungen sind über die Verdauung, die Atemwege oder Haut und Gewebe möglich. Für den Ersthelfer, also der als Erster den Patienten betreut, gilt es jetzt ganz besonders, Ruhe zu bewahren und möglichst schnell den Rettungsdienst über die Notfallnummer 112 zu alarmieren.
Die Anzeichen für eine Vergiftung können sehr vielfältig sein: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, plötzliche Bauchschmerzen, Kopfweh, Schwindelgefühle, Schock, Krämpfe, Lähmungen, Bewusstseinstrübung, Atemstörungen oder gar Atemstillstand sowie Herz-Kreislauf-Zusammenbruch.
Jetzt gilt es, die Lebenszeichen zu kontrollieren und entsprechend zu reagieren. Sollten Sie Giftreste oder Erbrochenes finden, übergeben Sie dies dem Rettungsdienst.
Sollte sich der Patient erbrechen, beugen Sie seinen Kopf nach vorne und halten Sie dabei die Stirn mit einer Hand fest. Liegt der Betroffene am Boden, wenden Sie seinen Kopf zur Seite, damit er am Erbrochenen nicht erstickt.
„Vor allem kleine Kinder nehmen oft aus Neugierde bunte Pillen, Reinigungsmittel oder giftige Pflanzen zu sich“, so BRK-Rettungsdienstleiter Jakob Goess. Ist der Patient ansprechbar, öffnen Sie seinen Mund und versuchen Sie, eventuell vorhandene Giftreste mit einem Finger auszuwischen. Allerdings sollte hier der Ersthelfer aufpassen, selbst nicht mit den Giftstoffen in Berührung zu kommen. „Früher galt Milch als Hausmittel gegen Vergiftungen. Verzichten Sie aber darauf, dem Betroffenen Milch zum Trinken zu geben, denn das könnte bewirken, dass das Gift schneller ins Blut aufgenommen wird“, so Goess, „am besten ist es, nichts zu trinken geben.“


