Was tun bei einer Unterkühlung?
Unterkühlung und Erfrierung
Bei einer Unterkühlung sinkt die Körpertemperatur unter einen Wert von 35 Grad. Besonders Säuglinge unterkühlen sich sehr schnell, wenn sie nicht warm genug angezogen sind. Je stärker die Körperkerntemperatur abfällt, desto schwerer sind die Auswirkungen auf den Körper.
Zu einer Unterkühlung kann es kommen, wenn die Kleidung nicht genügend wärmt, man sich zu lange im Wasser aufhält, in kaltes Wasser stürzt, einen Skiunfall erleidet oder sich in einem Schockzustand befindet. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind feuchte oder nasse Kleidung gefährlich. Ist ein Verletzter nach einem Unfall bewusstlos, kann er sich ebenfalls schnell unterkühlen.
„Eine Unterkühlung erkennen Sie, wenn der Patient schläfrig oder gar todmüde ist, zittert, undeutlich spricht und seine Haut blass wird, an Händen und Füßen leicht bläulich“, erklärt BRK-Rettungsdienstleiter Hermann Schramm. „Im schlimmeren Fall verlangsamen sich Herzschlag und Atmung, die Körpertemperatur sinkt stark ab, Arme und Beine werden steif und der Betroffene wird bewusstlos.“
Als Ersthelfer, also der als Erster auf den Patienten trifft, sollten Sie Ruhe bewahren und bei schwereren Unterkühlungen möglichst schnell über den Notruf 112 den Rettungsdienst alarmieren.
Bis dahin versuchen Sie den Unterkühlten aus dem Gefahrenbereich an einen warmen Ort zu bringen und decken Sie ihn sorgsam zu. Ideal ist hierfür die gold-silber-farbene Rettungsdecke aus dem Verbandkasten. Kontrollieren Sie die Lebenszeichen und reagieren Sie entsprechend, etwa bei Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder Kreislaufversagen.
Versuchen Sie bei dem Unterkühlten, wenn er bei Bewusstsein ist, die nasse Kleidung zu entfernen, ihn in eine Ruhelage zu bringen und ihn möglichst wenig zu bewegen. Massieren Sie den Patienten auf keinen Fall und geben Sie ihm warme Getränke, aber keinen Alkohol! Ist der Betroffene bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.
Sind bestimmte Körperteile, wie Finger, Zehen, Nase, Ohren und Backe zunächst bläulich rot und später weißgelb oder weißgrau, handelt es sich um Erfrierungen. Erstes Warnsignal hierfür ist ein Taubheitsgefühl. Auch hier gilt, die erfrorenen Körperteile auf keinen Fall zu bewegen. Decken Sie als Ersthelfer die erfrorenen Körperstellen – eventuell zeigen sich Frostbeulen - locker mit einem möglichst keimfreien Verbandmaterial zu. Behandeln Sie den Verletzten wie bei einer Unterkühlung, denn dieser Zustand ist meist mit einer Erfrierung verbunden und holen Sie über den Notruf 112 Hilfe.


