BRK-Lebensretter für das Achental
Jahres-Hauptversammlung der Grassauer Rotkreuz-Bereitschaft – Wichtiger Hintergrunddienst

Sie alle sind wichtige Stützen für die Grassauer Rotkreuz-Bereitschaft und wurden dafür geehrt: Sebastian Hilger, Martin Kirchleitner, Fabian Merkle, Hans Peter Harrer und Jürgen Noichl (stehend von rechts nach links), Thomas Hagl, Florian Schmidt-Ehrenberg und Heidi Mayer (vorne von rechts nach links).
44 Einsätze leisteten die Grassauer Rotkreuzler im vergangenen Jahr. Diese Zahl präsentierte die Mannschaft, die als zweites Rettungsteam für das gesamte Achental zur Verfügung steht, während der Jahreshauptversammlung der Rotkreuz-Breitschaft Achental. Bei den Ehrungen stand Sebastian Hilger für 40 Dienstjahre beim Roten Kreuz im Mittelpunkt.
Der Hintergrunddienst der Bereitschaft wird von der Integrierten Leitstelle in Traunstein alarmiert, wenn die „erste“ Mannschaft aus Grassau mit dem Rettungswagen unterwegs ist und sich ein weiterer Notfall ereignet oder die Kollegen vor Ort bei der Versorgung von mehreren Patienten weitere Unterstützung benötigen. Dabei werden die ehrenamtlichen Helfer zu Hause mit Piepsern zum Einsatz gerufen.
140 Stunden waren die zehn Mitglieder im vergangenen Jahr für den Hintergrunddienst im Einsatz. Mit 17 Alarmierungen stieg die Zahl der Tageseinsätze überraschend an – nachts meldeten sich die Piepser 27 Mal. Dieser ehrenamtliche „Zusatzdienst“ wurde vor 28 Jahren von engagierten Rotkreuzlern in Grassau gegründet, als bei einem schweren Verkehrsunfall kein Rettungswagen rechtzeitig zur Verfügung stand.
Intensive Aus- und Forbildung
Neben den Einsätzen nahm 2011 die Aus- und Fortbildung in Grassau mit über 600 Stunden viel Zeit in Anspruch: An 21 Abenden frischten die Rotkreuzler ihre Kenntnisse in Reanimation und Erster Hilfe auf oder behandelten Themen rund um den Sanitätsdienst. In acht umfangreichen Übungen zusammen mit der Feuerwehr war praktisches Können angesagt. Die Bereitschaftsmitglieder Julia Wengbauer und Raphael Zgóralski haben in ihrer Freizeit die Ausbildung zum Rettungssanitäter abgeschlossen und die Prüfungen erfolgreich bestanden.
Über 600 Stunden Sanitätsdienst bei 12 Veranstaltungen an 20 Tagen absolvierten die Mitglieder der Rotkreuz-Bereitschaft Achental im vergangenen Jahr und leisteten dabei 27 Mal Erste Hilfe. Dabei betreuten sie unterschiedliche Veranstaltungen wie etwa den Biathlon-Weltcup in Ruhpolding, den Faschingszug in Grassau und das Musikfest in Unterwössen. Daneben halfen die Mitglieder in über 100 Stunden bei den Blutspende-Terminen im Achental mit.
Außerdem sind die Grassauer Rotkreuzler ein wichtiger Bestandteil im Bereich des Katastrophenschutzes, da sie mit der BRK-Bereitschaft Reit im Winkl eine der Spezialeinheiten - die „Schnelle Einsatzgruppe Transport Achental“ bilden. In dieser Funktion rücken sie aus, um bei größeren Ereignissen, wie Bränden und Unfällen, die Einsatzkräfte zu unterstützen. 2011 waren sie bei der Räumung eines Altenheims in Inzell mit dabei.
Lob von vielen Seiten
Wie wichtig die Rotkreuz-Bereitschaft für die Bürger im gesamten Achental ist betonte Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke im Namen aller Bürgermeister der Achental-Gemeinden. „Ich schätze vor allem den großen Einsatz der Rotkreuzmitglieder, die ihre Freizeit in den Dienst anderer stellen“, so Jantke. Zudem beeindrucke ihn, dass auch junge Leute bereit seien, ein Ehrenamt zu übernehmen.
BRK- Kreisbereitschaftsleiter Jakob Goess hob die gute Zusammenarbeit zwischen dem BRK-Kreisverband und der Rotkreuz-Bereitschaft Achental hervor. „Ich schätze Euer großes Engagement, vor allem was den Hintergrunddienst angeht. Diese wichtige Einrichtung unterstützt unseren regulären Rettungsdienst sehr wirksam.“ Richard Schreiner, der Vorsitzende des Fördervereins der Bereitschaft Achental lobte ebenfalls das gute Verhältnis. „Wir sind stolz auf diese Bereitschaft und unterstützen Euch gerne“.
Umbau der Fahrzeuggarage
BRK-Bereitschaftsleiter Martin Kirchleitner kündigte für dieses Jahr den Umbau der Fahrzeuggarage an, die zu klein geworden ist. Ein „Großeinsatz“ werde die Unterstützung des BRK-Sanitätsdienstes während der Biathlon-Weltmeisterschaft in Ruhpolding durch die Grassauer Bereitschaft in wenigen Wochen sein. Außerdem wies er darauf hin, dass ab sofort außerhalb von Traunstein nur noch die Notrufnummer „112“ für Rettungsdienst, Krankentransport und Feuerwehr gilt. Die alte Nummer „19 222“ sei abgeschaltet worden und werde auch nicht mehr weitergeleitet.
Bei den Ehrungen war Sebastian Hilger mit 40 Rotkreuz-Dienstjahren „Spitzenreiter“. Er zählt zu den Gründern des Hintergrunddienstes und war viele Jahre Wachleiter der BRK-Rettungswache in Grassau. Ihm folgten Thomas Hagl (35 Jahre), Hans Peter Harrer (30 Jahre), Heidi Mayer (25 Jahre), Martin Kirchleitner (20 Jahre), Florian Schmidt-Ehrenberg (15 Jahre), Jürgen Noichl (10 Jahre) und Fabian Merkle (5 Jahre).
Sechs junge Mitglieder wurden nach den Grundsätzen des Roten Kreuzes vereidigt und sind damit ab sofort offiziell aktive Rotkreuzmitglieder: Jürgen Noichl, Fabian Merkle, Karl-Heinz Neumann, Julia Wengbauer, Raphael Zgóralski und Barbara Sichler.
cs

