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Moderne Landeplattform für Christoph 14

Technische Neuerung für BRK-Luftrettungszentrum – Rekordzahl von Einsätzen

Über fünf Tonnen wiegt die neue Transport-Plattform für den Rettungshubschrauber Christoph 14 mit ihren acht Metern Länge und Breite. Sie gleitet auf Schienen zwischen Hangar und Dach des Traunsteiner Klinkums hin und her. Mit der festinstallierten Auffahrrampe (rechts im Bild) ist es künftig für die Crew leichter, die Patienten zu transportieren.

Der orangefarbene Rettungshubschrauber Christoph 14 hat auf dem Dach des Klinikums ab sofort eine neue Transport-Plattform, die  für das Team des Traunsteiner BRK-Luftrettungszentrums viele Vorteile bedeutet. Mit ihr wird der Hubschrauber aus dem Hangar rein- und rausgefahren, je nach Wetter.  Im vergangenen Jahr erhob sich Christoph 14 knapp 1600 Mal in die Luft - eine neue Rekordzahl von Einsätzen. Immer wichtiger wird dabei das Rettungstau, mit dem Personen aus dem Gebirge oder schwierigem Gelände geborgen werden: Bei 68 Einsätzen versuchte die Hubschrauber-Crew Menschen auf diese Weise    zu helfen – meist Bergwanderer oder Skifahrer. Neben den Piloten der Bundespolizei-Fliegerstaffel Süd in Oberschleißheim und den Notärzten aus dem Traunsteiner Klinikum zählen zum Team die  sechs Luftrettungsassistenten, die vom Traunsteiner Kreisverband des Roten Kreuzes für die Luftrettung bereitgestellt werden.

Befindet sich Christoph 14 im Hangar - sei es nachts, bei sommerlicher Hitze, Gewitter, Regen oder Schnee – gleitet er ab sofort auf seiner neuen neongelben Plattform  in wenigen Minuten ins Freie, um sich für den nächsten Einsatz in die Luft zu erheben. Markus Pabst, leitender Stationspilot von Christoph 14, kommt ins Schwärmen, wenn er die neue Plattform  beschreibt. „Sie ist für uns sehr viel angenehmer, denn sie ist  niedriger als die alte und hat eine feste Auffahrrampe, mit der wir die Patienten bequem ein- oder ausladen  können.“

Vorbei sind die Zeiten der alten Plattform, die über 25 Jahre quasi das „Bett“ für den Rettungshubschrauber gewesen ist.  Ihre marode Holzoberfläche und ihre Höhe von 50 Zentimetern erschwerte der Crew oft die Arbeit. Zudem musste eine Auffahrrampe für die Patiententrage immer wieder angebaut und befestigt werden. Künftig sind auch die Schienen, in der die Plattform zwischen Krankenhausdach und Hangar hin und her gleitet, beheizt. „Damit kann   im Winter das Schmelzwasser nicht mehr gefrieren“, so Pabst, „früher mussten wir die Schienen oft erst mal freimachen.“
Über fünf Tonnen wiegt  die  neue Plattform mit ihren acht Metern Länge und Breite,  die bei  einer Landshuter Firma als Einzelanfertigung in Auftrag gegeben wurde. Ein Schwerlastkran hievte sie  in drei Einzelteilen auf das Dach des Traunsteiner Klinikums. Die Kosten von knapp 60000 Euro tragen die Sozialversicherungsträger, also die Krankenkassen.  „Für uns Piloten ist  jetzt die Landung auf der Plattform einfacher geworden, denn sie ist schon von weitem gut erkennbar“, so Markus Pabst.

Rekordzahl von 1600 Einsätzen

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass die neue Plattform viel aushalten muss. Mit über vier Einsätzen pro Tag steigen die Alarmierungen von Christoph 14 ständig. Knapp 1600 Mal erhob sich der Rettungshubschrauber im letzten Jahr – soviel wie noch nie-  eine Steigerung von genau 124 Starts und Landungen.
Auch die Einsätze mit dem Rettungstau werden mehr – 68 Mal wurden damit Personen aus schwierigem Gelände geborgen – ein Plus von 20. Bei den Einsätzen mit dem Rettungstau wird  an der Lasthakenanlage am Boden der Maschine ein Spezialseil befestigt, das bis zu 90 Metern in die Tiefe verlängert werden kann.  

Retter geheiratet

Für den leitenden Stationspiloten Markus Pabst bleibt ein besonderer Einsatz wohl immer in Erinnerung. Seine damalige Freundin verletzte sich beim Bergsteigen am Sprunggelenk, während Pabst Dienst hatte. Nach der Alarmierung durch die Leitstelle  flog der Pilot zusammen mit einem Kollegen von der Bergwacht und seiner Crew zur Unglücksstelle, wo seine Freundin versorgt  und schließlich per Hubschrauber ins Klinikum geflogen wurde. „Mir war schon ein bisschen mulmig bei diesem Einsatz, aber dann gab es auch Glücksgefühle, dass ich dabei war, um ihr zu helfen.“ Markus Pabst lächelt bei diesem Gedanken. „Später hat sie ihren Retter geheiratet.“
cs

1. Februar 2012 15:53 Uhr. Alter: 107 Tage